Ausstellungen: Vor- und Nacharbeiten

Hinweis: Die Bilder sind von Ausstellungen die PAMoB seit 2007 mit sNs oder NCI besucht hat!

Einladung

Meist beginnt eine Messe oder Ausstellung mit einer Einladung des Veranstalters/Organisators an die Modulgruppe von sNs oder NCI. Dabei geht es vorerst mal nur darum, ob wir eine Anlage aufstellen und betreiben möchten.

Umfrage Teilnahme

Es wird ein Doodle mit Beantwortungs-Endtermin gestartet, bei dem die sNs-Moduler entsprechende Fragen zur möglichen Teilnahme beantworten. Dies muss nicht immer zu einer Annahme der Einladung führen.

European N-Scale Convention (ENSC): sNs muss sich für die ENSC nie anmelden, denn als I-N-G-A.net Member sind wir gesetzt.

Einladung annehmen, detailliertere Vorgaben 

Mit einem netten eMail oder einem persönlichen Telefongespräch wird die Einladung angenommen und dem Organisator die wichtigste Frage gestellt, falls er diese nicht schon in der Einladung gegeben hat: welche Form und Grösse hat die vorgesehene Ausstellungsfläche für uns?

Sind diese Daten bekannt, geht es an die Planung und Organisation. Dazu wird in der sNs Moduler-Datenbank die Ausstellung mit allen wichtigen Daten eröffnet.

Umfrage Teilnehmer

Jetzt geht es um die Wurst! Es müssen intern die folgenden Fragen geklärt werden, und dies in einem weiteren Doodle:

  • wer nimmt Teil? dies ist pro Ausstellungstag zu beantworten
  • wer stellt welche Module zur Verfügung?
  • wer plant
    – die Anlage?
    – das Blocksystem?
    – das Elektrische?
    – den Transport?
  • wer stellt sich als Fahrer/Transporthelfer für die Transporter zur Verfügung?
  • wer stellt sich für Auf- bzw. Abbau zur Verfügung?
  • wer macht die Abrechnung?
  • und bei Ausstellungen im Ausland (z. Bsp. ENSC) eine ganz wichtige Frage:
    wer macht das Zoll-Handling mit dem Carnet ATA?
Moduler-DB, Module zur Verfügung stellen

Jeder sNs-Moduler definiert in der Moduler-DB mit ein paar Klicks jene Module,  welche er für diese Ausstellung zur Verfügung stellt.

Der NCI hat (noch) keine allgemein zugängliche Moduler-DB und kein Forum, da wird noch viel per eMail oder WhatsApp-Gruppe geklärt, koordiniert und organisiert.

Planung, Diskussion, Freigabe

Der Anlagenplaner holt die zur Verfügung gestellten Module als png-Dateien aus der DB und gestaltet mit einem Zeichnungsprogramm Anlagenentwürfe, welche mehreren Vorgaben entsprechen müssen:

  • optisch und fahrtechnisch interessant für die Besucher
    der Besucher kann ein Eisen- oder Modellbahn-Spezi sein oder die Familie, welche mal eine Modelleisenbahn anschauen möchte
  • eine für die Betreiber fahrtechnisch interessante Anlage, die mit der zur Verfügung stehenden Anzahl Personen ohne Stress die ganze Ausstellungszeit betrieben werden kann
  • die eingeplanten Abzweigungen und Bahnhöfe mit den Blockstellen müssen fahrtechnisch harmonieren

Die Pläne (Versionen) werden dann bei sNs im internen Forum besprochen und laufend durch den Planer optimiert. Ist der Plan fertig und alles in der Theorie ok, wird der endgültige Plan durch die Teilnehmer freigegeben. Und unser Koordinator/Planer sendet diesen an den Organisator.

Bei der ENSC-Anlage können Anpassungen erforderlich sein, wenn die Schweizer Anlage mit anderen Länder-Anlagen verbunden werden soll. Da sNs einen grossen Fundus an verschiedenen und flexibel einsetzbaren Modulen hat, sind diese Wünsche durch unseren Planer meist einfach zu erfüllen.

Zoll Vorbereitung

Geht es ins Ausland, muss neben den Modulen das komplette Zubehör, jede einzelne Lok und jeder Wagentyp mit Anzahl gelistet und mit einem Verkaufs-Wert definiert werden. Auch dies machen wir in der sNs-Moduler-DB.

Es wird bei der Handelskammer ein Carnet ATA beantragt und je nach Handelskammer zwischen 20 und 50% des Gesamtwertes an Material was über die Grenze gefahren wird als Sicherheitsleistung hinterlegt.

Vorbereitung

Alles was an die Ausstellung mit muss wird anhand der Materiallliste vorbereitet. Wenn nötig flitzt man noch mit der kleinen Staubsaugerdüse über die Landschaft. Vielleicht werden noch ein paar Figuren platziert oder noch ein Baum oder Gebüsch gesetzt.

 

Die im Vorfeld definierten Züge werden verpackt und die Loks welche auf die Anlage sollen, werden nochmals 5 Minuten auf den Rollenprüfstand gestellt und auf Ausstellungstauglichkeit geprüft.

Transport-Logistik

Wir sNs-Moduler sind über die ganze Deutschschweiz verteilt, also müssen Module, Zubehör und Rollmaterial eingesammelt werden. Dafür mieten wir je nach Anlagengrösse mehrere 3.5 To Transportfahrzeuge, stapeln das Material und fahren an den Ausstellungsort.
Die ganze Transportplanung wird ebenso im Forum und der sNs-Moduler-DB organisiert.

Fahren wir an die ENSC, fährt meist je ein gut gefüllter Transporter aus den Regionen Bern, Zürich und St. Gallen zum Zoll in Thayngen, der Transporter aus Basel fährt mit einem eigenen Carnet gleich in der Nähe über die Grenze.

Fahren wir über die EU-Aussengrenze, müssen alle Fahrzeuge, mit Material welches auf dem selben Carnet ATA gelistet ist, gemeinsam über den selben Zoll fahren. Also treffen sich alle Fahrer mit ihren Fahrzeugen  in Andelfingen bei einem Kaffee. Jetzt noch die Autonummern der Mietfahrzeuge im Carnet notieren und dann geht es weiter.
Am Grenzübergang muss das vollständig ausgefüllte Carnet ATA jeweils durch den ausführenden und den einführenden Zoll geprüft und gestempelt werden. Und wehe es fehlt eine Unterschrift oder eine Autonummer …..

Die Anfahrt auf ausländische Messen wird normalerweise kurz vor Ankunft durch eine Pause unterbrochen. Jetzt haben wir noch Zeit in Ruhe was zu essen, Hallen- und Parkplatzpläne zu konsultieren und letzte Details zu besprechen.

Aufbau

In die Halle reinfahren und gleich ausladen? Denkste! – Zuerst werden alle Freunde und Kollegen begrüsst, die schon am Aufbau ihrer Anlagen sind. Schliesslich hat man sich schon „lange“ nicht mehr gesehen.

Ist PAMoB mit NCI unterwegs, muss ich nach diversen Erfahrungen mit dem Zoll ich immer die obligate Frage nach aktuellen und eventuell neuen Erfahrungen  beantworten.

Dann gilt es alles aus den diversen Fahrzeugen auszuladen und alles so hinzustellen, dass man sich den Platz für die Anlage gleich mal komplett verstellt 😉 . Eine Person wird als Wachposten beim Materiallager (Roll-Material!) definiert, denn es tummeln sich teilweise zwielichtige Gestalten in den Messehallen.

Die Module werden von den Transportschutzbrettern TSB befreit und gemäss Anlagen-Plan auf dem Boden verteilt. Die ersten Teams beginnen Module zusammen zu bauen, schrauben die Beine an, richten die Übergänge aus und verkabeln den Fahrstrom.

Anhand des vom Organisator definierten Nullpunktes werden die ersten Module als Basis fix aufgestellt. Nach und nach werden die vorbereiteten Modulgruppen angehängt und ausgerichtet.

Erste Probefahrten mit von Hand über die Modulübergänge geschobenen leichten Zweiachsern werden gemacht und wo nötig die Übergänge ausgerichtet. Parallel dazu wird das sNs-Blocksystem verkabelt.

Steht alles, Übergänge sind ausgerichtet, alles verkabelt und getestet, werden mit den ersten Zügen Testfahrten gemacht. Und mit einem Reinigungszug werden die Gleise und Trassen gereinigt. Bei neuen oder reparierten Modulen müssen wo nötig noch von Hand Kleberrückstände, Schottersteinchen oder Fettrückstände entfernt werden. Im schlimmsten Fall muss mit entsprechendem Werkzeug noch die Profilfreiheit gewährleistet werden.

Und zuletzt werden die Vorhänge locker an die Klettbänder gehängt, die letzten Kabel schön drapiert sowie die TSB und RAKO-Kisten unter der Anlage verstaut.

Natürlich wurde parallel dazu die Sitzecke und die Küche (sehr wichtig: ohne Kaffeemaschine und Teekocher geht gar nix!) aufgestellt. Dazu ein Werktisch für Kleinreparaturen und RoMa-Unterhalt. Meist kommt noch ein Basteltisch dazu, wo später unter den Augen der Besucher Bausätze geklebt und gealtert werden, Bäume in den Händen der Moduler wachsen und gedeihen und Züge auf Kurzkupplungen umgebaut werden.

Betrieb

Rund eine Stunde vor Ausstellungseröffnung wird der Einsatzbahnhof mit Zügen befüllt und die ersten Kombinationen auf die Reise geschickt. Da kann es noch vorkommen, dass einzelne Modulübergänge nachjustiert werden müssen, weil Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede das Holz der Module über Nacht zum Leben erweckte.

Jetzt  kommen die Besucher und stehen meist in engen Reihen um die Anlage, staunen, bewundern, fotografieren, filmen und – fragen! Jetzt ist es wichtig dass die Anlagenbetreiber (Fahrdienstleiter FdL und Lokführer Lf) nicht abgelenkt werden und die Fragesteller trotzdem ihre Antworten erhalten. In der Anlage stehen immer Moduler welche neben dem Überwachen der Züge (Diebstahl!) auch die vielen Fragen beantworten. 

Im mehrgleisigen Abstell- oder Einsatzbahnhof (auch Schattenbahnhof SchaBa genannt) werden die Züge auf die Reise geschickt und nach einer oder mehreren Runden ausgetauscht. So wird der Fahrbetrieb für die Betreiber wie auch die Besucher interessanter gestaltet.

Einkaufen, Freunde treffen, das Kameradschaftliche geniessen

Da nicht alle Aussteller an Betriebsstellen aktiv sind, vertreibt man sich die Zeit mit Stöbern bei den Händlern und Hersteller. Man trifft sich mit Freunden und geniesst die gemeinsame Zeit mit Gesprächen über die Modellbahn und die Welt. Und man begutachtet die neusten oder noch unbekannten Module, fotografiert und filmt – und „klaut“ geistig gute Lösungen für eigene Projekte.

Aussteller Abend

Meist am Samstagabend treffen sich alle Organisatoren, Verkäufer und Aussteller und geniessen bei Speis und Trank einen gemeinsamen Abend. Erinnerungen, neue Ideen, Einladungen – alles rund um die MoBa und Ausstellungen wird thematisiert. Und ab und an werden Ferienprogramme mit Besuchen bei Freunden oder auch nur von Eisenbahnmuseen geschmiedet!

An der ENSC gibt es neben dem samstäglichen Ausstellerabend vom Organisator I-N-G-A.net einen speziellen Anlass am ersten Ausstellungsabend: jede ausstellende Gruppierung bringt Essen und Getränke aus ihrem Land oder Region mit. Und alle Moduler, Aussteller (innerhalb der ENSC), Sponsoren, Organisatoren wie auch die Stuttgarter Messeleitung schlagen sich durch das Angebot. Seit 2008 gibt es bei sNs Raclette und Weisswein – der Stand mit der längsten Kolonne anstehender Freunde!

Abbau

Während der letzten Stunde am letzten Ausstellungstag kommt schon mal eine gewisse Unruhe auf. Man ist müde, hat langsam genug und denkt schon an den Abbau – und sinniert über das Bett was zu Hause oder im Hotel auf den geschundenen Körper wartet. Die ersten Züge werden von den Gleisen genommen und sorgfältig verpackt. Und es werden die ersten Dinge die man nicht mehr braucht demontiert und verpackt wie auch viele Vorbereitungen erledigt, so dass der Abbau später schnell vonstatten geht.

An der ENSC kann es sein, dass ein Zug noch im Ausland unterwegs ist und den Heimweg noch nicht gefunden hat. Da geht man gerne auf die Suche und begleitet den mit entsprechenden Hinweisen an die lokalen Fahrdienstleiter „nach Hause“. Im Notfall kann es auch vorkommen, dass man den Zug am anderen Ende der Anlage findet und die Fahrzeit „nach Hause“ nie reicht, dann wird das Rollmaterial schon mal zum Flugzug und wird von Hand oder in einer kleinen RAKO zurückgebracht.

Ausstellungsende – die Besucher haben die Halle verlassen – los geht es. Vorhänge weg und schön zusammengefaltet in die Box, Kabel trennen, Steuerungen und Trafos demontieren und gleich alles in den richtigen RAKO-Boxen und Kisten der entsprechenden Besitzer verpacken. 

Module und Beine demontieren, Kabel sichern, TSB (die richtigen!) anschrauben und die Module und Beine pro Transporter sortiert bereitstellen. Ebenso werden auch alle gefüllten RAKO-Boxen dazu gestellt.

Die Transporter werden geholt und in die Halle gefahren. Flinke Hände reichen dem Packmeister (immer der Fahrer, der ist verantwortlich für die Ladung!) das gewünschte Material und er stapelt und sichert die Ladung, bestehend aus Modultürmen und Stapel von RAKO-Boxen. Und dies wenn möglich in der umgekehrten Reihenfolge der später angefahrenen Ausladeorte!

Rücktransport

Ein bis zwei Stunden nach Ausstellungsschluss ist alles in den Transportern. Neben ein paar verlorenen Unterlagsscheiben und Muttern, Holzspänen und Grünmaterial , gestapelten Tischen und Stühlen erinnert nichts mehr daran, dass da vor zwei Stunden noch Bahnbetrieb auf Modulen herrschte.

Alle Freunde werden wieder verabschiedet und man freut sich auf die nächste Ausstellung, wo man sich wieder trifft.

Nach der ENSC am Sonntag nach Hause fahren ist nicht empfehlenswert, erstens sind wir alle müde, zweitens haben wir nach dem Abbau noch einen kleinen Hunger – und drittens: der Warenzoll ist Sonntags auch geschlossen. Also geht es seit Jahren zuerst in die Pizzeria und dann ins Hotelbett.

Die Fahrer und Helfer machen sich auf den Weg nach Hause und laden überall die Module wieder bei ihren Besitzern ab. Irgendwann spät Abends oder gar tief in der Nacht werden die Transporter beim Vermieter parkiert und man fällt zu Hause sehr müde aber glücklich ins eigene Bett. Die letzten Gedanken über die letzten Tage begleiten einen in einen tiefen erholsamen Schlaf.

Nacharbeit zu Hause

Alles wird nun wieder richtig versorgt, so dass man für die nächste Ausstellung das benötigte Material schnell wieder findet. Das RoMa braucht Reinigung, Unterhalt und ein wenig Pflege. Und meist gibt es an den Modulen kleine Dinge zu reparieren. Seien es Transportschäden, Beschädigungen die beim Auf-/Abbau entstanden oder durch grosse oder kleine Besucherhände verursachte Zerstörungen.

Und alles was einem so an einer Ausstellungen an Ideen in den Sinn gekommen oder besprochen worden ist wird in den nächsten Wochen, Monaten oder gar Jahren umgesetzt …

Bilder, Filme

Viele Moduler sind während den Messetagen auch mit Kameras unterwegs. Die Filme und Bilder werden zu Hause aufbereitet und veröffentlicht. So bei sNs und NCI.
Denn es macht Freude immer mal wieder in den Bildern und Erinnerungen zu schwelgen.

Abrechnung

Manchmal erhalten wir von den Organisatoren kleine Entschädigungen für Transport oder Übernachtungen . Diese decken aber unsere Aufwände nicht. Alle Ausgaben (Transporter, Carnet ATA, Lebensmittel) und Einnahmen werden abgerechnet und jeder sNs-Teilnehmer bezahlt pro Fahrtag seinen Anteil an den Gesamtkosten.

Nicht zu vergessen ist, dass jeder Teilnehmer Kost und Logis während einer Ausstellung selber organisiert und bezahlt. So kommt ein langes ENSC-Ausstellungswochenende in Stuttgart meist teurer als eine Woche Urlaub mit Vollpension …. Aber dies ist für mich jedes Mal wie eine Woche Aktiverholungsurlaub!

Und immer gilt: NACH der Ausstellung ist VOR der Ausstellung. Und wenn man wie wir in zwei Gruppierungen aktiv ist, laufen meist mehrere Planungen parallel ……